Menschen mit Behinderung brauchen in der Corona-Krise besonderen Schutz und Unterstützung

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Das Hollerhaus in Ingolstadt bekennt sich zur gemeinsamen Erklärung der Fachverbände für Menschen mit Behinderung / 25.03.2020

„Auch das Hollerhaus sieht sich in der Corona-Krise vor besondere Herausforderungen gestellt“, erklärt Geschäftsführer Roman Schiele. „Die uns anvertrauten Klienten in unseren Förderstätten und Wohnheimen bedürfen gerade jetzt unserer ganzen Aufmerksamkeit und Unterstützung. Sowohl Klienten wie auch Mitarbeitende müssen vor einer Infektion geschützt werden. Viele Förderstättengänger und Bewohner gehören mit ihren Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Gleichzeitig könnte durch eine Erkrankungswelle bei Mitarbeitenden die ausreichende Versorgung unserer Klienten gefährdet werden.“

Seit der vergangen Woche bewertet ein interner Krisenstab deshalb täglich die aktuelle Situation und leitet entsprechende Maßnahmen für das Hollerhaus ein. Im Einklang mit der Allgemeinverfügung der Landesregierung wurde beispielsweise frühzeitig ein generelles Besuchsverbot für alle Einrichtungen des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen ausgesprochen. Außerdem wurde beschlossen, die Bewohner ganztägig in ihren Wohngruppen zu betreuen und nur für externe Klienten zwei Notgruppen in der Förderstätte offen zu halten. Sämltliche Veranstaltungen und Kursangebote insbesondere der Offenen Hilfen wurden bis auf weiteres abgesagt. Inwieweit diese zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können, bleibt abzuwarten. „Bedauerlicherweise betrifft dies auch die Anfang Juli geplante feierliche Eröffnung des neuen Hollerhofes in Münchsmünster“, erläutert Roman Schiele.

Ein großer Teil der Mitarbeitenden der Verwaltung arbeitet derzeit im Home-Office. Eine bestätigte Infektion mit dem Corona-Virus ist sowohl bei Klienten wie Mitarbeitenden bislang nicht bekannt.

Der Krisenstab im Hollerhaus wird regelmäßig auf der Homepage unter „Aktuelles“ Sondermeldungen veröffentlichen und wichtige Informationen für Klienten, Angehörige und Mitarbeitende bereithalten. So finden sich dort auch weiterführende Links auf Informationsangebote in leichter Sprache.

„Die aktuelle Situation macht deutlich“, so Roman Schiele, „dass auch die Einrichtungen der Behindertenhilfe unter enormen personellen wie auch finanziellem Druck stehen. Um die Herausforderungen zu meistern und die Versorgung und Betreuung der uns anvertrauten Menschen gewährleisten zu können, bedarf es der Unterstützung durch die staatlichen Institutionen. Wir schließen uns deshalb ausdrücklich dem gemeinsamen Aufruf der Fachverbände der Behindertenhilfe an, in dem neben der ausreichenden Versorgung mit benötigter Schutzkleidung sowie Desinfektionsmitteln auch ein finanzieller Rettungsschirm gefordert wird.“

 

Aufruf der Fachverbände der Behindertenhilfe (PDF)

 

Hier finden Sie 10 Tipps in Leichter Sprache, wie man sich bei dem Corona-Virus richtig verhält:


https://www.wohnsinn.org/blog/ratgeber/253-corona?fbclid=IwAR1Nj8IBMGhCnhrnDDXCF75VaXz6irqF3MVbzJzsMd-jpUIUDaS_uziHiI0

 

Empfehlungen der Lebenshilfe zu COVID-19finden sich hier:

https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/empfehlungen-zu-covid-19-corona-virus/