Ein großer Spaß

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Kinder mit und ohne Behinderung

beim Spieleabenteuer ‚Handi Capito‘ im Hollerhaus / 07.05.2018

Im Rahmen des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hatten die Offenen Hilfen am Sonntag ins Hollerhaus geladen. Rund 40 Kinder mit und ohne Behinderung nahmen teil und machten sich auf die Suche nach den Feuersteinen von Handi Capito, dem kleinen Kobold.

In Gruppen zu fünf Kindern ging es durch die Flure und Räume des Hollerhauses, die durch zahlreiche große Plakate in einen magischen Zauberwald verwandelt waren. An verschiedenen Spielstationen hieß es gemeinsam Aufgaben zu bewältigen, um am Ende den Weg zum Labyrinth zu finden und den kleinen Kobold zu befreien. Und da jeder etwas ganz besonders gut kann und manchmal auch nur etwas zusammen gelingt, war immer die ganze Gruppe gefordert. Da mussten Feuersteine gesammelt, ein Puzzle gelegt oder der Zauberwürfel gelöst werden. Dann hieß es mit dem Ball einen Korb zu treffen, um die Mauer, die den Weg versperrte, abzuräumen. Alle Sinne waren gefragt und auch etwas Kombinationsfreude, wenn es zum Beispiel Symbole zuzuordnen galt.

Immer wieder mussten die Kinder bei der Lösung der Aufgaben auch auf technische Hilfsmittel zurückgreifen, die aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation des Hollerhauses stammen. Mit diesen können Menschen, die nicht mit Lautsprache kommunizieren können, sich verständlich machen. Auf spielerische Weise konnte so ein wichtiges Instrument aus der Förderstätte kennen gelernt werden.

In jeder Gruppe gab es auch einen Rollstuhl, in dem immer eines der fünf Kinder sitzen durfte. Aufgabe aller Kinder war es, gemeinsam Barrieren zu überwinden und Wege zu finden, zum Beispiel in den Keller des Hollerhauses und wieder hinauf in die Eingangshalle.

Ein wenig gruselig wurde es, als ein fauchender Drache den Weg versperrte. Hier war erneut Teamgeist gefragt: sich Mut machen, zusammenhalten und gemeinsam singen. Denn durch den Gesang konnte das Ungeheuer beruhigt und überwunden werden.

„Das war für die Kinder schon eine aufregende Tour“, berichtet Elke Krumbügel-Schindler, die zusammen mit einem großen Team an haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern das Spieleabenteuer vorbereitet hat. „Und es war vor allem ein großer Spaß!“

Zufrieden zeigte sie sich auch darüber, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen zum Grundgedanken des Aktionstages „Inklusion von Anfang an“ machen konnten. „Sich mit seinen jeweiligen Fähigkeiten aber auch Handicaps anzunehmen und jeden mitmachen zu lassen“, so Krumbügel-Schindler, „das ist eine Grundvoraussetzung von Inklusion. Und so konnten Kinder mit und ohne Behinderung an diesem Tag geteilte Freude erleben.“

Vor und nach dem Start der Gruppen gab es in der Eingangshalle ein buntes Rahmenprogramm mit Riesenseifenblasen und Luftballonskulpturen. Bei Kaffee und Kuchen konnten die Eltern auf ihre Kinder warten. Und auf dem extra zum Aktionstag angefertigten Rollstuhl aus Luftballon konnte jedes Kind für ein eigenes Erinnerungsfoto Platz nehmen.